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| Meine Reise nach Burundi (von Jessie Wedel) |
| Freitag, 3. April 2009 | |||||||||||||
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Meine Reise, die mich endlich, zum ersten Mal, in die Heimat meiner Familie führen soll, beginnt am Flughafen in Frankfurt. Zusammen mit einer Freundin und der Frau meines Papas, Sabine, starte ich um ca. 22:00 Uhr mit einem Flieger in Richtung Burundi.
Nach einem anstrengenden Flug, mit Zwischenstopps in Äthiopien und Ruanda, setzt unsere Passagiermaschine um die Mittagszeit auf dem Boden Bujumburas auf. Als ich das Flugzeug verlasse, schlägt mir sofort die tropisch heiße Luft Burundis entgegen. Hinter der Absperrung werden wir von einem regelrechten Empfangskomitee von Familienangehörigen erwartet. Mein Vater, der schon einige Tage früher angereist war, unter ihnen. Nun beginnt eine endlose Begrüßung, unzählige Hände wollen geschüttelt werden, wie hier, wer mit wem genau verwandt ist, weiß oft niemand mehr so genau und es spielt auch keine Rolle, Familie bleibt Familie. Burundis Hauptstadt ist leicht überschaubar, kleine mit Wellblech gedeckte Häuschen säumen die Straße zu unserem Hotel, es herrscht ein einziges Verkehrschaos, hier hält sich niemand an irgendwelche nicht vorhandenen Verkehrsvorschriften. Die Wege sind von Menschen bevölkert, viele transportieren schwere Lasten auf ihren Köpfen oder auf ihren Fahrrädern. Kaum im Hotel angekommen setzt sich die Begrüßungszeremonie auch schon fort.
Nach einem Tag in Bujumbura starten wir am nächsten Morgen auf eine Reise in den tiefsten Busch Burundis. Unterwegs bieten sich uns unglaublich schöne Landschaftsbilder jedoch auch der Anblick schlimmster Armut. An diesen Wochenende erhalte ich einen tiefen Einblick in den traditionell lebenden Bevölkerungsteil Burundis und gleichzeitig erfasse ich auch die schrecklichen Taten und endlosen Ausmaße des Bürgerkrieges: zerstörte Häuser, verkrüppelte Menschen begegnen uns. Der Unterschied zur Stadt ist greifbar. Während die Menschen in der Stadt ein für uns weitgehend normales Leben führen, ist der Alltag hier auf dem Land noch stark von der Tradition geprägt. Ein Leben ohne Strom wird hier geführt, die Menschen wohnen in den ärmlichsten Häuschen, leben von ihren kleinen Feldern, die sie bewirtschaften. Gekocht wird auf einer offenen Feuerstelle. In der ärmsten Provinz Burundis, Ruygi, besuchen wir ein Hilfsprojekt, das vom Verein meines Vaters geleitet wird. Es ist ein Berufsbildungszentrum für Jugendliche. Den Jugendlichen hier, zum Teil ehemaligen Kindersoldaten, wird beigebracht wie Landwirtschaft richtig betrieben wird, so dass sie sich davon später selbständig ernähren können. Hier in Ruyigi helfen wir bei der Ausbesserung einer der vielen katastrophalen Straßen Burundis.
Einige Tage später organisieren wir für die Schüler dieses Zentrums ein Fußballturnier während dem jede Menge gespendete Trikots ihre neuen glücklichen Besitzer finden.. Auf dem Weg zurück in die Stadt besuchen wir noch die größten Wasserfälle Burundis, einen traditionellen Markt und die Nilquelle. In der Stadt angekommen machen wir uns auf dem Weg zu zwei verschiedenen Schulen. Dort werden wir mit Tänzen und Trommeln empfangen. Es macht Spaß den Kindern von Deutschland zu berichten, die Kleinen platzen fast vor Neugierde! Ihre Fragen am Ende sind unerschöpflich!
Ich muss vor den Menschen in Burundi wirklich meinen Hut ziehen, obwohl ihr Leben hier oft so aussichtslos erscheint, verlieren sie doch nie ihre Lebensfreude. Schließlich ist der Tag unserer Abreise gekommen, wieder werden wir von einer Menge von Familienangehörigen zum Flughafen begleitet. Der Abschied fällt sehr schwer. Doch wir müssen fest versprechen, wieder zu kommen, und so wird diese Reise bestimmt nicht die letzte gewesen sein. |
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